16.08.2013

Bergtour auf die Zugspitze

Fritzlar - Hammersbach Muskelkater und leichter Sonnenbrand

Am Donnerstagmorgen um halb neun sind wir, neun tapfere Wanderer, Richtung Zugspitze gestartet. Die 550 km lange Autofahrt haben wir ohne Stau überstanden – kaum zu glauben bei den vielen Baustellen und dem Feiertag in Bayern. Am frühen Nachmittag erreichten wir Hammersbach bei Garmisch-Partenkirchen, unser Ziel und Ausgangspunkt für die Bergwanderung.

Gut gestärkt traten wir gegen 16 Uhr am Parkplatz in Hammersbach den ersten Aufstieg durch die Höllentalklamm an. An der Klammeingangshütte errichteten wir einen kleinen Obolus für die Durchquerung der Schlucht. Der abwechslungsreiche und teilweise steile Weg führte uns durch zahlreiche Felsentunnel und an spektakulären Wasserfällen vorbei. Die herabfallenden Wasser waren wie Regenschauer, die einem von oben durch die Jacke flossen und die Felsen in der Klamm rutschig werden ließen. Nach dem Klammausgang führte uns der Weg weiter auf engen Pfaden bis zur Höllentalangerhütte, die wir gegen 18 Uhr erreichten. Die überfüllte Hütte bot uns ein warmes Nachtquartier. Der Komfort war wahrlich ein Erlebnis: Mann und Frau mussten sich eine 80 cm breite Matratze teilen. Das hatte den Vorteil, dass keiner frieren musste.

Nach einer kurzen, fast schlaflosen Nacht brachen wir am nächsten Morgen nach einem kräftigen Frühstück um 6:30 Uhr auf, um den Gipfel von Deutschlands höchsten Berg zu erklimmen. Der Weg führte uns zur Riffelscharte, die wir über das so genannte "Brett" über Eisenstifte hinweg und durch ein Drahtseil gesichert entlang der Felswand überquerten, um zum "grünen Buckl" am Höllentalferner zu gelangen. Nach einer kurzen Rast ging es weiter über das beschwerliche Geröllfeld. Anschließend überquerten wir den Gletscher, der heutzutage nur noch klein, aber trotzdem nicht zu unterschätzen ist. Er führt immer noch tiefe Gletscherspalten, denen man mit Respekt begegnen sollte. Steigeisen sind zwingend erforderlich und auch Wanderstöcke bewährten sich am Gletscherfeld.

Der Übergang vom Gletscher zum Klettersteig ist nicht ganz ungefährlich und kann zusätzliche Seiltechnik erfordern, um die Randkluft zwischen Gletscher und Fels zu überwinden. Hier kann man schnell abrutschen und unter den Gletscher gelangen. Ab dem Einstieg an der Felswand ist man ständig drahtseilgesichert und bis zur Irmenscharte ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Der Aufstieg entlang des schmalen alpinen Steigs wies immer wieder anspruchsvolle Kletterpassagen auf, bot uns aber auch eine atemberaubende Aussicht. Der Pfad schlängelte sich direkt durch den Fels bis zum Gipfelkreuz der Zugspitze hinauf. Belohnt wurden wir am Gipfel mit einer hervorragenden Sicht über das weitreichende Alpenpanorama.

Vom Gipfelkreuz aus war es nur noch eine kurze Passage bis auf die Terrasse des Schneefernerhauses, die Gipfelstation der Seilbahn. Dieses Stück war gefühlt das Gefährlichste bei der Tour: hunderte Touristen kletterten den extrem rutschigen und abgelaufenen Fels von der Gipfelstation zum Gipfelkreuz ohne Sicherung und oft nur mit Sandalen, Flip-Flops oder offenen Sommerschuhen herauf. Hier kam man sich schon komisch vor, mit Helm, Klettergurt und Sicherungsseil ausgerüstet, beinahe wie ein Außerirdischer oder Sicherheitsfanatiker. Stolz über das Erreichen des Gipfels der Zugspitze verbrachten wir noch ein wenig Zeit auf dem "Dach" von Deutschland und genossen die weitreichende Aussicht. Ins Tal zurück gelangten wir mit der Seilbahn zum Eibsee und weiter mit der Zahnradbahn bis zur Haltestelle Hammersbach.

Kaum einen Monat später konnte man in der Zeitung lesen:
Garmisch-Partenkirchen - Dramatischer Unfall an der Zugspitze: Eine 24-jährige Bergwanderin ist am höchsten Berg Deutschlands rund 500 Meter in den Tod gestürzt.

Die Zugspitze ist kein Spaziergang am norddeutschen Deich. Es handelt es sich um eine anspruchsvolle Bergtour, die nur mit entsprechender Ausrüstung zu bewältigen ist. Wanderer, die nicht fit sind, sollten ihre körperliche Kondition realistisch einschätzen und überlegen, ob sie die 2200 Höhenmeter am Stück schaffen oder lieber die Tour auf zwei Tage aufteilen. Wichtig ist hierbei immer, dass man sich und seine Kräfte richtig einschätzt und den Mut hat rechtzeitig aufzugeben.

Alles in allem war es eine sehr schöne und abwechslungsreiche Tour bei bestem Wetter, Sonne und angenehmen Temperaturen. Unsere starke, zuverlässige und lustige Gruppe hat natürlich einen erheblichen Anteil am Gesamterfolg des flotten Aufstiegs beigetragen.

Bilder Teil 2 (link unten)


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