07.06.2017

Fahren im geschlossenen Verband

Im Rahmen der Kraftfahrerweiterbildung führt der THW-Ortsverband Fritzlar eine Übungsveranstaltung „Fahren im geschlossene Verband“ durch. An der Übung nahmen 14 Fahrzeuge von THW und Feuerwehr teil, es waren 39 Einsatzkräfte an der Übung beteiligt.

Am kommenden Donnerstag 08.06.2017 wird das Fahren im geschlossenen Verband trainiert. Dies ist keineswegs ein Relikt aus vergangenen  Tagen, sondern eine Aufgabenstellung die tagtäglich auf die THW-Helfer zukommen kann. Die Marschstrecke führt von Fritzlar über Bad-Wildungen, Wabern und Gudensberg und wieder nach Fritzlar. Es wird auf Land- und Bundesstraßen sowie auf der Autobahn gefahren. Auch einige Ortsdurchfahrten mit Ampeln werden durchfahren.
Die Einsatzkräfte treffen um 19 Uhr in Fritzlar im Bereitstellungsraum ein, die Registrierung erfolgt am THW Meldekopf.
Alle THW-Ortsverbände in Deutschland sind unterschiedlich ausgerüstet und ausgebildet. Jeder ist ein Spezialist auf seinem Fachgebiet. Dies bedingt natürlich, dass die Kräfte, Fahrzeuge und Ausstattung bei Bedarf auch überörtlich eingesetzt werden kann. Egal ob nun Hochwasserkatastrophe, Waldbrände oder andere Grosschadensereignisse – es kann jederzeit erforderlich werden, die Einsatzkräfte  an jeden beliebigen Punkt in Deutschland oder dem europäischen Ausland zu verlegen. Auch Feuerwehren sind immer öfter überregional im Einsatz.
Eine solche Verlegung erfolgt dann in aller Regel auf der Straße als „geschlossener Verband“.
Ziel eines solchen geschlossenen Verbandes ist, dass alle dazugehörigen (Einsatz-)Kräfte zu einem festgelegten Zeitpunkt an einem festgelegten Ort eintreffen und dort tätig werden können. Aus diesem Grund unterstehen die Verbandsfahrzeuge einer einheitlichen Führung, in unserem Fall ist es das erste Fahrzeug in der Kolonne – dem THW Zugtrupp aus Fritzlar.

Ein Marsch im geschlossenen Verband stellt an die Kraftfahrer hohe Anforderungen – verlangt aber auch von allen anderen Verkehrsteilnehmern erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht. Der geschlossene Verband hat zwar keine direkten Sonderrechte im Straßenverkehr, gilt aber als 1 Fahrzeug. Wenn z.B. das Führungsfahrzeug eine grüne Ampel überquert, dann folgen alle anderen Fahrzeuge nach – auch wenn die Ampel zwischenzeitlich mehrfach umschaltet. Zu erkennen ist der Marschverband einerseits am blauen Rundumlicht sowie an der Beflaggung. Alle Fahrzeuge führen vorne links eine blaue Signalflagge – und das letzte Fahrzeug, quasi als Entwarnung für die übrigen Verkehrsteilnehmer eine grüne Flagge.

Auch wenn die Marschkolonne außerorts nur mit geringer Geschwindigkeit unterwegs ist und für manchen Autofahrer als Verkehrshindernis erscheinen mag, so ist ein Überholen unter allen Umständen tabu. Das Hineinzwängen zwischen die Kolonnenfahrzeuge führt sonst mitunter zu sehr gefährlichen Situationen. Der Verband muss geschlossen bleiben und dementsprechend möglichst geringe Abstände einhalten, der Sicherheitsabstand wird allenfalls marginal überschreiten - Ansonsten werden die "Nachzügler" wartepflichtig.

Als besonderes Highlight der Übung wird ein technischer Defekt eines Fahrzeuges simuliert. Hierbei wir der Verband kontrolliert auf der Straße gestoppt. Von Einheiten der Feuerwehr und des THW wir der Verband abgesichert und die Verkehrssicherung und ggf. die Regelung übernommen. Bei diesem Stopp können die Kraftfahrer gewechselt werden, dadurch haben mehrere Fahrer die Möglichkeit im Verband zu fahren.


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